Ich habe mich heuer dazu entschlossen, am Halbmarathon in Linz teilzunehmen. Da ich am Anfang des Jahres 4 Wochen Trainingspause einlegen musste und 1 Woche vorm Halbmarathon krank war, musste ich meine Erwartungen zurückschrauben.
Ich legte mir daher eine Taktik für eine Zeit um 1:40 zurecht, d.h. für die ersten 5 Kilometer einen Schnitt von 4:55 und danach etwas erhöhen auf 4:45 und dann ab Kilometer 18 einfach alles geben.
Am Wettkampftag war ich ab 6 Uhr auf den Beinen, nahm ein ausgiebiges Frühstück (Semmerl mit Butter und Honig) zu mir und machte mich auf den Weg nach Linz. Nach ca. 15 Minuten aufwärmen mit 4 Steigerungsläufen begab ich mich zum Start.

Mein Gefühl war nicht gerade gut, ich hatte eine leichte Muskelverhärtung in der rechten Wade und ich fürchtete, die angepeilte Zeit nicht erreichen zu können.
Wie kaum anders zu erwarten, begann meine Blase 2 Minuten vor dem Start (trotz mehreren Klogängen zuvor) zu drücken. Fürs Klogehen war es zu spät, da musste ich jetzt durch.
Dann endlich fiel der Startschuss und die Menschenmenge setzte sich langsam in Bewegung, ich fing gemütlich an zu laufen und versuchte, in meinen Rythmus zu finden. Diesen fand ich ungefähr bei der ersten Kilometermarkierung, dort stellte ich auch fest, dass mein angestrebter Pulswert für die ersten Kilometer von 165 Schlägen genau passte. Ich passierte die Markierung bei 4:53, was auch sehr gut stimmte.
Ich fühlte mich sehr wohl und bevor ich mich versah, hatte ich schon die Autobahn verlassen und wurde von einer mitreissenden Zuschauermenge vorangetrieben. Ehrlich gesagt, auf dem folgenden Streckenstück bis zur Nibelungenbrücke lief es wie von selbst, die Zwischenzeiten und Pulswerte stimmten zu 100 Prozent.
Nach der Nibelungenbrücke wurde ich durch die euphorischen Anfeuerungsrufe meiner Freundin und ihrer Freundin angetrieben und ich begab mich auf die zweite Rennhälfte.
Bei Kilometer 15 erhöhte ich unbeabsichtigterweise das Tempo, was sich bei Kilometer 19 zu rächen begann, meine Beine wollten überhaupt nicht mehr.
Zum Glück traf ich hier einen ehemaligen Arbeitskollegen, der mich für die letzten beiden Kilometer motivierte. Als ich endlich auf die Landstraße einbog, wusste ich, dass das Rennen so gut wie vorüber war, ich lief die letzten Meter bis zum Ziel wie in Trance und freute mich über eine Endzeit von 1:40:12.
Am meisten freute ich mich jetzt auf einige Becher Wasser & Cola (21,1 km bei dieser Temperatur sind gerade noch ohne Flüssigkeitsaufnahme durchzuhalten) und auf ein Bananenstück.
Nach dieser kleinen Stärkung ging ich zum Hauptplatz zurück, wo mich meine Freundin schon erwartete und mich zu meiner tollen Zeit beglückwünschte.

Jetzt, einen Tag nach dem Lauf, werde ich versuchen meine müden Beine wieder fit zu machen und mein Training für die nächsten Herausforderungen in diesem Jahr wieder aufzunehmen.






